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09.01.2017, Mannheim
Aus Arbeitssuchenden werden Facharbeiter

Aus ungelernten Hilfskräften können Facharbeiter werden. Das haben jetzt neun „Ungelernte“ bewiesen, die im Rahmen eines Modellprojekts den Berufsabschluss als Fachkraft für Metalltechnik geschafft haben.

Eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt bedeutet die modulare Teilqualifikation des Bildungswerkes der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V., die jetzt in der Region Rhein-Neckar erfolgreich gestartet wurde. Gefördert durch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Mannheim, arbeiteten in dem Pilotprojekt der Arbeitgeberverband Südwestmetall, das Heidelberger ABB Training Center sowie die Zeitarbeitsfirmen Adecco und Randstad mit dem Bildungswerk Hand in Hand. Die Zeitarbeitsunternehmen haben die Teilnehmenden eingestellt und postwendend für die Zeit der Qualifizierung freigestellt. Südwestmetall war die Schnittstelle zu den Betrieben der M+E-Industrie in der Region, in der die neuen Facharbeiter zukünftig zum Einsatz kommen sollen, und das Heidelberger ABB Training Center hat die Praxisteile in der Qualifizierung übernommen. Das Jobcenter Mannheim und die Arbeitsagentur trugen die Kosten der Qualifizierung, die Arbeitsagentur  zahlte einen Zuschuss zu den Lohnkosten.  

„Wir haben ganz einfach zu wenige Facharbeiter. Mit unserem regulären Rahmen schaffen wir es nicht, die offenen Stellen zu besetzen. Daher ist dieses Projekt gut investiertes Geld“, so Ulrich Manz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mannheim. Und Bereichsleiter Sven Gruming vom Jobcenter betont: „Jedes einzelne erfolgreich abgeschlossene der insgesamt sechs Module eröffnet den Teilnehmern bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“

17 Personen starteten im Oktober 2014 die Maßnahme. Acht von ihnen haben Teilqualifikationen erworben, neun hielten bis zum Ende durch und haben mittlerweile ihre Facharbeiterprüfung vor der IHK abgelegt.

„Nach 20 Jahren als Hilfskraft war ich der Meinung, dass noch mehr in mir steckt und ich meine beruflichen Chancen verbessern möchte. Da habe ich mich im Jobcenter nach den Möglichkeiten erkundigt und erfahren, dass man in Deutschland nur mit einer Ausbildung etwas erreichen kann. Deshalb habe ich mitgemacht", so der 40-jährige Taylan Kösger zu seiner Motivation, sich nachzuqualifizieren.

Zum Hintergrund:
Bei der modularen Teilqualifizierung werden anerkannte Facharbeiterberufe in mehrere Module gegliedert, die sich am bestehenden Ausbildungsrahmenplan orientieren. Jedes Modul ist in sich abgeschlossen, dauert drei Monate und endet mit einem Zertifikat des jeweiligen Branchenverbands. Die Qualifizierungsziele und die abgeschlossenen Module werden in einem Qualifizierungspass dokumentiert und können zur Prüfungsanmeldung für die Externenprüfung bei der zuständigen Kammer vorgelegt werden. Die Module sind alle nach AZV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) zugelassen. Mit der bundesweiten Arbeitgeberinitiative Teilqualifizierung haben die deutschen Arbeitgeberverbände und Bildungswerke das gemeinsame Gütesiegel „Eine TQ besser!“ etabliert. Es garantiert Teilnehmenden und Unternehmen, dass alle Teilqualifizierungen bundesweit nach einem gemeinsamen Konzept entwickelt und mit kompatiblen und einheitlichen Standards durchgeführt werden. Das Projekt in Mannheim war zudem Teil der mittlerweile abgeschlossenen bundesweiten Kooperation "Zukunftsvertrag Zeitarbeit" zwischen der Bundesagentur für Arbeit und sechs Personaldienstleistern.




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