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24.10.2011, Stuttgart
Gemeinsame Erklärung zum Bologna-Prozess verabschiedet

Die Landesregierung und die Arbeitgeber Baden-Württemberg wollen mehr Unternehmen im Land dafür gewinnen, ihre Fachkräfte an Hochschulen weiterbilden zu lassen. Dazu haben die Arbeitgeber Baden-Württemberg, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft die neue Servicestelle HOCHSCHULEWIRTSCHAFT gegründet, die Weiterbildungsprogramme der Hochschulen an interessierte Unternehmen vermittelt.

Das Projekt ist Teil einer gemeinsamen Erklärung zum Bologna-Prozess, die die drei Partner heute (24. Oktober) in Stuttgart unter dem Titel ‚Bologna gemeinsam weiter zum Erfolg führen‘ der Öffentlichkeit vorgestellt haben.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und der Präsident der Arbeitgeber Baden-Württemberg, Prof. Dr. Dieter Hundt, sagten: „Arbeitgeber und Wissenschaftsministerium sind sich einig: Der Bologna-Prozess ist die richtige Antwort auf das Erfordernis lebenslangen Lernens – mit einem fundierten Bachelorstudium, das die Chance auf einen attraktiven Arbeitsplatz bietet, und mit späteren berufsbegleitenden Weiterbildungsphasen, in denen Fachwissen an unseren Hochschulen vertieft, ergänzt und erneuert wird. Die Servicestelle fördert dieses lebenslange Lernen.“ Expertenwissen veralte heute schneller als früher, weshalb das Bild einer einmaligen Studienphase, die mit dem Eintritt in den Beruf beendet sei, der Vergangenheit angehöre. Ein starker Bachelor-Abschluss markiere den Beginn der Berufstätigkeit, aber nicht das Ende des Lernens.

Servicestelle HOCHSCHULEWIRTSCHAFT

Die in Ludwigsburg ansässige Servicestelle wird zur Anlaufstelle für Unternehmen entwickelt, die das Angebot von Weiterbildungsmodulen der Hochschulen nutzen wollen. Zielgruppe der Servicestelle sind hauptsächlich Beschäftigte von kleinen und mittelständischen Unternehmen; angesprochen werden Beschäftigte sowohl mit als auch ohne Hochschulabschluss. Die Servicestelle ermittelt die Weiterbildungsbedarfe der Unternehmen und kommuniziert diese an die Hochschulen. Sie wird vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg betrieben und vom Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg – Südwestmetall mit insgesamt 300.000 Euro für drei Jahre unterstützt. Nach Ablauf der drei Jahre wird auf Basis einer Evaluation über den weiteren Betrieb entschieden.

„Wir wollen unsere Hochschulen für die Gesellschaft weiter öffnen. Dazu gehört es auch, mehr Angebote für Berufstätige im Bereich des lebenslangen Lernens zu ermöglichen“, sagte Wissenschaftsministerin Bauer. Dies betreffe nicht nur Masterstudiengänge, sondern auch Angebote des Kontaktstudiums, in denen Berufstätige on the job, gezielt und mit der großen Kompetenz der Hochschulen weitergebildet würden. „Ich bin den Arbeitgebern Baden-Württemberg sehr dankbar für ihr Engagement für die Servicestelle“, so die Ministerin weiter. Die Kompetenz des Bildungswerks bürge für hohe Qualität.

„Die Servicestelle ist die richtige Antwort auf den Bologna-Prozess und nimmt eine wichtige Scharnierfunktion zwischen den Unternehmen und den Hochschulen wahr“, sagte der Vorsitzende des Bildungswerks, Karl Schäuble. „Sie bringt den Bedarf und das Interesse an hochwertiger Weiterbildung der Unternehmen mit der hervorragenden Fachexpertise der Hochschulen zusammen.“

Erklärung „Bologna weiter zum Erfolg führen“

„Unsere gemeinsame Erklärung ist ein starkes Signal für den Bologna-Prozess. Landesregierung, Arbeitgeber Baden-Württemberg und das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft bekennen sich klar zur Notwendigkeit der zweistufigen Studienstruktur mit einem starken Bachelor-Abschluss“, betonten Wissenschaftsministerin Bauer, Arbeitgeberpräsident Hundt und Bildungswerksvorsitzender Schäuble. Bologna ermögliche die Einbindung des deutschen Hochschulsystems in globale Strukturen mit international vergleichbaren und anrechenbaren Abschlüssen.

Der Bachelor-Abschluss dürfe nicht als formale Durchgangsstation zum Master missverstanden werden; Bachelor-Absolventen seien in den Unternehmen hoch willkommen. Eine Rückkehr zu alten Abschlüssen sei abzulehnen, ebenso Tendenzen, die Abschlüsse Bachelor und Master zu verwässern, etwa durch die Vergabe von Titeln wie „Bachelor Professional“ durch andere Institutionen als Hochschulen. Anfängliche Fehlentwicklungen bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses in Form zu vieler Detailregelungen und zu großer Spezialisierung der Bachelor-Studiengänge würden an den Hochschulen korrigiert.

Wissenschaftsministerin Bauer: „Der Bologna-Prozess ist kein Selbstzweck, sondern dient in erster Linie den Studierenden. Er eröffnet vielen jungen Menschen die Möglichkeit, ein Studium zu absolvieren, und er ermöglicht es, sich in einer selbstbestimmten Weise weiter zu qualifizieren“. Der Bologna-Prozess müsse weiterentwickelt werden. Das Ministerium werde die Hochschulen dabei im Dialog auch mit den Studierenden unterstützen.

„Wir setzen mit dieser Erklärung ein eindeutiges Signal an die Studierenden“, betonte Arbeitgeberpräsident Hundt: „Über den beruflichen Erfolg entscheidet ein stimmiges Gesamtbild, das aus Studium, Praxiserfahrung, Auslandsaufenthalten und Persönlichkeitsentwicklung besteht. Ob der Studienabschluss ein Jahr früher oder später erreicht wird, ist für Unternehmen nicht entscheidend.“

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