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27.09.2013, Stuttgart/Böblingen - Pressemitteilung
Gemeinsame Erklärung der Verbände: Ressourcen zur Stärkung der Beruflichen Schulen statt für überflüssige G9-Züge verwenden

Stuttgart/Böblingen – Berufsschullehrer und Arbeitgeber in Baden-Württemberg fordern, freie Ressourcen im Bildungsbereich zur Stärkung der Beruflichen Schulen einzusetzen. Die Wiedereinführung von G9-Zügen an allgemeinbildenden Gymnasien sei hingegen überflüssig, teuer und nicht sachgerecht.

„Die Durchlässigkeit von Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen hin zum beruflichen Gymnasium bietet bereits heute eine attraktive Möglichkeit, die Hochschulreife in neun Jahren zu erreichen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Arbeitgeber Baden-Württemberg und des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an Beruflichen Schulen in Baden-Württemberg (berufsschullehrerverband – BLV), die am Freitag anlässlich des Kongresses „Berufliche Bildung im Spannungsfeld von Schulreform und regionaler Schulentwicklung“ in Böblingen vorgestellt wurde.


Die beruflichen Gymnasien seien der primäre Kooperationspartner für die neuen Gemeinschaftsschulen bei der Gestaltung eines regionalen Oberstufenangebots. Nahezu jedes dritte Abitur in Baden-Württemberg werde mittlerweile an beruflichen Gymnasien abgelegt. Aus Sicht des BLV und der Arbeitgeber Baden-Württemberg sei vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung daher ein zusätzlicher flächendeckender Ausbau von Oberstufenangeboten an Gemeinschaftsschulen unnötig und wäre extrem ressourcenintensiv.

Die Ressourcen könnten aus Sicht der beiden Verbände in anderen Bereichen sinnvoller eingesetzt werden, etwa für die Stärkung der Beruflichen Schulen. So gelte es, im Rahmen der angestoßenen regionalen Schulentwicklungsplanung die Berufsschulen als duale Partner der Betriebe und der Auszubildenden in der Fläche zu erhalten. „Starke Berufliche Schulen und eine funktionierende duale Ausbildung leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftsförderung vor allem im ländlichen Raum“, sagte Margarete Schaefer, Vorsitzende des BLV: „Mit der Präsenz in der Fläche entscheidet sich damit auch die Frage der Attraktivität von dualer Ausbildung.“

Aus Sicht der Arbeitgeber bleibt die duale Ausbildung unverzichtbarer und zentraler Bestandteil jeder Strategie zur Fachkräftesicherung. Dabei müsse sie ihre eigenen Stärken aufzeigen und offensiv um junge Leute werben. „Die Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit von beruflicher und akademischer Bildung bleiben wichtige Ziele“, sagte Stefan Küpper, Geschäftsführer Bildung der Arbeitgeber Baden-Württemberg: „Die heute bereits bestehende große Durchlässigkeit des Bildungssystems muss aber in der Öffentlichkeit und im Bewusstsein der für die Ausbildung Verantwortlichen noch besser verankert werden.“

Berufsschullehrer und Arbeitgeber fordern auch mehr Transparenz bei der Verteilung und Ausschöpfung vorhandener Stundendeputate, um Effizienzreserven besser identifizieren und realisieren zu können. Es müsse Klarheit darüber herrschen, welche Deputate tatsächlich der Schule und dem Unterricht zu Gute kommen, und welche durch übergeordnete Bereiche der Kultusverwaltung, der Elternzeit oder der Altersteilzeit gebunden sind. 

Die Verbände plädieren weiter für eine attraktive und professionelle Lehrerausbildung in der Struktur von Bachelor- und Masterstudium. Dabei müsse der Master-Abschluss die Voraussetzung für ein berufliches Lehramt sein. Zudem gelte es, den Schulen mehr Selbstständigkeit zuzugestehen, um innovative Entwicklungen und mehr Qualität zu ermöglichen. Dies setze praktikable Instrumente und Prozesse voraus, wie sie von den Arbeitgebern Baden-Württemberg bereits entwickelt wurden. Das Personalausgabenbudget, das den Schulen heute zur Verfügung stehe, erfülle diesen Anspruch nicht.

Die gemeinsame Erklärung des BLV und der Arbeitgeber Baden-Württemberg steht zum Download bereit unter: www.agv-bw.de

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