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31.01.2014, Aalen - Gmünder Tagespost
Jungs in Pflegeberufen - Neues Projekt will Buben schon im Teenageralter für soziale Berufe begeistern

Frauen in Männerberufen - das ist längst nichts Ungewöhnliches mehr. Männer in Frauenberufen - diese Konstellation indes hat immer noch Akzeptanzprobleme. Die Berufliche Bildung gGmbH (BBQ) will nun schon im Teenageralter Buben für soziale Berufe begeistern, die sich eigentlich nicht auf dem Radar haben. Das Angebot richtet sich an Realschüler der Klasse 8.

Die Boys Day Akademie - ein nachhaltiges Angebot zur Gewinnung und Sicherung von Fachkräften in sozialen Berufen, von BBQ konzipiert und umgesetzt, wird von der Bundesagentur für Arbeit sowie durch das Sozialministerium finanziert und soll nun erstmals auch in Aalen eingerichtet werden. Der geplante Beginn ist schon im kommenden Monat, im Februar, gleich zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres. Die Akademie findet regelmäßig wöchentlich (Mittwoch, je zwei Stunden), jedoch nicht in den Ferien statt.

"Jungen haben vielfältige Interessen und Kompetenzen. Dennoch entscheiden sich junge Männer im Rahmen ihrer Ausbildungs- und Studienwahl noch immer häufig für traditionelle Berufsfelder oder Studienfächer im gewerblich-technischen Bereich. Berufe mit sozialem Charakter wie Erziehungs- und Pflegeberufe spielen bei Jungen eher eine untergeordnete Rolle", sagt BBQ-Bereichsleiterin Ingrid Beuter-Koesling.

Das liege unter anderem an einem falschen Bild, das junge Menschen von Pflegeberufen haben, sagt Sabine Nemesch, Leiterin der Sozialarbeit beim DRK Aalen. Die Verdienstmöglichkeiten (siehe Infobox) und die Aufstiegschancen etwa zu Pflegedienst- oder Heimleiter seien hervorragend. Die meisten Träger zahlen  zudem gut. Eine Fachkraft erhalte in einem tarifgebundenen Unternehmen nach dreijähriger Ausbildungszeit als Einstiegsgehalt 2250 Euro. Darüber hinaus sei der Beruf zukunftssicher. Vor allem in der Pflege sei die Nachfrage riesengroß, auch nach männlicher Kompetenz.

Die Boys Day Akademie will deshalb Jungen in der Phase der Berufsorientierung neue berufliche Perspektiven aufzeigen und für die Sozial-, Pflege- und Erziehungsberufe begeistern. Die Ziele der Akademie sind deshalb

  • junge Männer für soziale Berufe und Studiengänge zu begeistern,
  • Orientierung und Impulse für die Berufs- und Lebensplanung zu geben, 
  • Information über Ausbildung, Studium und Berufsalltag zu bieten,
  • praxisnahe Einblicke in die Bereiche Soziales, Pflege und Erziehung zu vermitteln,
  • neue männliche Rollenvorbilder zu zeigen.

Anfangs spielerisch nähern sich die Jungs dem Thema. Sie besuchen einen Hochseilgarten, nehmen an Erste-Hilfe-Kursen teil, besuchen soziale Einrichtungen und Rettungsassistenten. Zudem absolvieren sie ein Bewerbungstraining und arbeiten an Projekten und verschiedenen Präsentationsmöglichkeiten. Zum Abschluss erhalten alle Teilnehmer ein Zertifikat. Das Zertifikat umfasst die erlernten Inhalte und die beteiligten Schulen, Unternehmen und Einrichtungen. "Wenn sich die jungen Männer bewerben, haben sie durch die Teilnahme schon  soziale Kompetenz bewiesen", ist Ingrid Beuter-Koesling überzeugt. "Und sie wissen, ob ihnen der Beruf Spaß macht oder nicht - auch das ist ja schon eine wichtige Erkenntnis." 

  • Die Teilnahme an der Akademie ist kostenlos. Anmelden können sich ab sofort alle Jungs, die in die 8. Klasse einer Realschule gehen. Die Akademie findet in den BBQ-Seminarräumen in Aalen statt. Anmeldungen bei Ingrid Beuter-Koesling, Telefon (07361) 526726

Infobox

Das Einstiegsgehalt

Azubis in der Altenpflege verdienen laut Tarifvertrag im ersten Jahr 840,58 Euro, im zweiten Jahr 904,25 und im dritten Jahr 1007,83 Euro.

Offene Stellen

Die Arbeitsagentur nennt Zahlen zur Altenpflege und Erzieher/innen - Stand Dezember 2013, Agenturbezirk Aalen:
Altenpflege: 77 offene Stellen, 102 Arbeitslose
Erzieher/innen: 33 offene Stellen, 139 Arbeitslose

Baden-Württemberg gesamt:
Altenpflege: 1447 offene Stellen, 2504 Arbeitslose
Erzieher/innen: 1874 offene Stellen, 3936 Arbeitslose

Man spricht von einem erhöhten Fachkräftebedarf, wenn drei Arbeitsloste auf eine offene Stelle kommen.

© Lars Reckermann, Gmünder Tagespost

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