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21.02.014, Waiblingen - www.zvw.de
Der Knigge gegen Fachkräftemangel - Die Fachkräfteallianz zieht über ein Jahr nach Gründung eine positive Bilanz im Kampf gegen fehlende Fachleute

Schlagwort Fachkräftemangel - überall geistert es durch die Medien. In Abschlussjahrgängen ist es in aller Munde. Dieser Knappheit auch im Rems-Murr-Kreis entgegenzutreten, gründete sich Ende 2012 die sogenannte Fachkräfteallianz - mit Erfolg, wie die Kooperationspartner nun bilanzierten.

Wie man sich bei Tische zu benehmen habe, hat Adolph Freiherr Knigge schon vor Jahrzehnten einprägsam dem einfachen Volke nahegebracht. Was aber, wenn nun der Tisch im Büro eines Personalers und der Begegnungsgrund nicht das Mittagessen, sondern ein Bewerbungsgespräch ist? Abhilfe bei solchen Fragen schafft hierzulande die sogenannte Fachkräfteallianz Rems-Murr-Kreis, kurz "Fair". In Kursen bietet sie dem ausbildungswilligen Nachwuchs Benimmseminare, Business-Talks und Speed-Datings zur Ausbildungsplatzvermittlung.

Anfangs bestehend nur aus der Agentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft, der Südwestmetall und der IHK aus dem Rems-Murr-Kreis, kam als weiterer Kooperationspartner der Landkreis hinzu. Geplant war die Kooperation erst einmal bis Ende 2014, einer Verlängerung steht aber nichts im Wege.

Nach eineinviertel Jahren gibt es nun eine Zwischenbilanz dieser Allianz - und die ist durchweg positiv. Immerhin, entgegen dem sinkenden Landee- und Regionaltrend verzeichnet die IHK ein Plus von 2,5 Prozent an neu aufgesetzten Ausbildungsverträgen im Kreis. Ein Stück weit sicherlich auch der Fachkräfteallianz zu verdanken.

Dennoch muss dafür geschuftet werden, um kleine und mittlere Unternehmen für Schulabsolventen attraktiv zu machen. "Bis zum Jahr 2030 werden im Südwesten jedes Jahr ein Durchschnitt von 220 000 Fachkräfte fehlen", prognostiziert IHK-Präsident der Bezirkskammer Rems-Murr, Claus Paal, die zahlenmäßige Entwicklung. Und der größte Mangel herrsche dann an Beschäftigten mit höherer Qualifikation, bei Technikern, Fach- und Betriebswirten, Meistern und Fachkaufleuten. Keine guten Aussichten also in einer Region, die vom Maschinen- und Fahrzeugbau geprägt ist. Natürlich brauche der Arbeitsmarkt auch gute Akademiker, sagt Paal, der Industrie fehlen aber die Fachkräfte in den Lehrberufen. Im letzten Jahr also machte sich Fair mit etlichen Veranstaltungen daran, die Zukunft des Kreises in eine positive Richtung zu lenken.

Ein Projekt, das auf die Jugend abzielt, ist der sogenannte Business-Knigge, unter anderem auch gleich die erste Veranstaltung der gegründeten Fachkräfteallianz. Im Januar 2013 konnten interessierte Schüler im BIZ der Agentur für Arbeit in Waiblingen lernen, wie man sich im zukünftigen Berufsleben verhalten sollte, wurde an der Sozialkompetenz der Teilnehmer gefeilt. Immer wieder bemängeln Ausbilder das Fehlen eben dieser Fähigkeit. Ein weiterer Workshop folgte noch im selben Jahr und die Rückmeldungen waren durchweg positiv, bestätigte Kreishandwerksmiester Herbert Hofmaier. Aber "das Schulcurriculum müsste stärker an diese Anforderungen der Wirtschaft mit eingebunden werden", hofft Hofmaier, dass die Lehrpläne sich dem stärker annehmen. Im Zuge der Business-Knigges weiter Fair seine Zielgruppe in Zukunft auf die Lehrer aus: "Sie sind näher dran und erreichen als Mediatoren mehr Schüler als wir", so Hoffmaier. Ansonsten aber sei man it der Beteiligung der Schulen zufrieden, sei das Schulamt sowieso schon bei Fair mit im Boot.

Ein weiteres vielversprechendes Projekt seien die sogenannten Speed-Datings. Kurzvorstellungsgespräche, die offene Ausbildungsstellen noch mit passenden Bewerbern besetzen sollen. Eine solche Veranstaltung sei erst letzte Woche in Schorndorf ein voller Erfolg gewesen, sagt Hans-Martin Gayer, leitender Geschäftsführer der IHK-Bezirkskammer Rems-Murr: "400 Teilnehmer waren angemeldet, 500 sind gekommen." Beim vorherigen Speed-Dating in Backnang seien 40 Praktikumsplätze und 14 Ausbildungsplätze vermittelt worden. Und just meldet sich Südwestmetall-Geschäftsführer Michael Kempter zu Wort: "Wir haben so eine Auszubildende für unser Unternehmen gefunden und sind immer noch sehr zufrieden." Angesichts solcher Erfolgsgeschichten ist die nächste Veranstaltung  natürlich schon geplant.

Neben solchen Angeboten ging Fair noch mit Business-Talks mit Improvisationstheatern, Themeninseln und Podiumsdiskussionen auf Fachkräftefang. Ein Teilaspekt ist die Integration von Fachkräften aus dem Ausland.

Weiter gibt es noch das "Talenteforum on Tour" und das sogenannte Familynet. Bei Letzterem werden kleine und mittelständische Unternehmen der Fachkräfteallianaz darin beraten und unterstützt, familienfreundliche Arbeitsbedingungen schaffen zu können: "Dabei geht es nicht nur um Familien mit Kindern, sondern auch um Arbeitnehmer, die Angehörige pflegen wollen", so Kempter. Auch hier seien schon einige Unternehmen dabei.

Business-Talk mit Sozialministerin Altpeter

Für die Zukunft plant Fair mehrere Termine in allen Bereichen. "Wir haben all unsere Maßnahmen im Anschluss in Sitzungen gemeinsam besprochen und evaluiert", sagt Claus Paal. Heißt: Bestehende Erfolgsrezepte werden beibehalten, wo Verbesserungsbedarf besteht, wird gefeilt. Der Schwerpunkt soll in diesem Jahr auf die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung liegen. Ein Business-Talk mit Katrin Altpeter ist schon eingetütet, Familynet soll erweitert werden, eine Messe zur Suche von Pflegefachkräften ist in Planung.

Paal berichtet auch über die Schaffung eines Welcome-Centers im Rems-Murr-Kreis, so wie es bereits in Stuttgart eingerichtet werden soll - hier dann quasi als Außenstelle. Das Center ist als Anlaufpunkt für qualifizierte Köpfe aus aller Welt gedacht. "Wir wissen schon, dass wir es wollen. Und wir wüssten auch, wohin es kommen sollte. Nur die Finanzierung wird eine Herausforderung", sagt Paal.

Fair-Veranstaltungen

  • Diskussionsveranstaltung am 4. Juni: Vortrag zum Thema Fachkräftebedarf mit Kultursminister Stoch mit anschließender Diskussionsrunde bei der Firma Harro Höfliger in Allmersbach.
  • Für den nächsten Business-Talk, am 24. Juni, hat sich Ministerin Katrin Altper angespagt. Die Veranstaltung ist voraussichtlich in Fellbach.
  • Talenteforum on Tour: am 3. April zum Thema "Mitarbeiterbindung durch Gesundheitsförderung", voraussichtlich in Murrhardt.
  • Familynet: Netzwerktreffen zum Thema "Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung", Donnerstag, 13. März, von 14-16.30 Uhr in den Räumen von Südwestmetall in Waiblingen.
  • Alle Termine und Veranstaltungsfotos werden über die Facebookseite der Fachkräfteallianz veröffentlicht.

© www.zvw.de, Rems-Murr-Rundschau Nicole Heidrich

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