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12.03.2014, Bietenhausen - Hohenzollerische Zeitung
Wer sich wohlfühlt, arbeitet besser - Mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement will das Diasporahaus Bietenhausen ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Mitarbeiter beweisen

Wer sich wohlfühlt, arbeitet besser. Mit diesem Grundgedanken entwickelte das Diasporahaus Bietenhausen während der letzten zwölf Monate ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Als ersten Schritt teilt das Diasporahaus ab dem 15. März einen Fragebogen zum Thema Familienfreundlichkeit an die Mitarbeiter an den einzelnen Standorten aus.

Das Diasporahaus beschäftigt als dezentrale Jugendhilfeeinrichtung mehr als 300 Mitarbeiter im Zollernalbkreis: Neben der Schule für Erziehungshilfe in Bietenhausen zum Beispiel in Wohngruppen für Kinder und Jugendliche. 65 bis 70 Prozent der Mitarbeiter sind Frauen. Laut Direktor Gerhard Jauß bedarf dies einer höheren Aufmerksamkeit: Neben der Kindererziehung übernehmen Frauen oftmals auch die Pflege von Angehörigen. Darauf müsse ein Arbeitgeber, insbesondere im sozialen Bereich, eingehen können und an der Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Anforderungen arbeiten, so Jauß.

Auch bisher konnten sich Diasporahaus-Mitarbeiter in schwierigen Lebenslagen auf die Unterstützung ihres Arbeitgebers verlassen. Dabei habe man laut Jauß "im Einzelfall nach Lösungen gesucht". Mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement soll nun ein systematisches Konzept entstehen.

Mit der Fragebogenaktion will das Diasporahaus "die Mitarbeiter mit ins Boot holen" und herausfinden, welche Unterstützung an welchen Standorten konkret benötigt wird, erklärt Direktor Jauß. Entwickelt wurde der Fragebogen von der externen Beraterin Katherine Enke, die für den Bildungsträger Berufliche Bildung gGmbH das Projekt Familynet leitet. Mit Fragen zu den Themen Kinderbetreuung, Pflege und einer offenen Frage nach weiteren Wünschen will das Diasporahaus sich einen Überblick verschaffen. Dabei seien in anderen Betrieben schon viele überraschende Erkenntnisse gewonnen worden, so Enke. Beispielsweise komme oftmals der Wunsch nach Ferienbetreuung auf. Die einzelnen Fragebogen werden dann nach Standorten getrennt ausgewertet. Nach diesem ersten Schritt sieht das Konzept des neuen Gesundheitsmanagements vor, "psychische Gefährdungsbeurteilungen" der Mitarbeiter zu erstellen. Das sei insbesondere im sozialen Bereich wichtig.
"Wir sind eine besondere Branche", erläutert Wilhelm Hailfinger, Verwaltungsleiter des Diasporahauses. Bei der Arbeit mit Menschen, insbesondere mit Kindern und Jugendlichen, wäre es fatal, Krisensituationen von Mitarbeitern zu ignorieren. Daher soll das Gesundheitsmanagement auch auf Lebenssituationen wie Scheidungen oder psychische Belastungen reagieren können. Dass diese Angebote ausgenutzt werden könnten, glaubt Hailfinger nicht: "Wir suchen auch nach Lösungen wie unbezahltem Sonderurlaub." Solche Angebote gingen nicht auf Kosten des Arbeitgebers - im Gegenteil. Wo sich der Betrieb "authentisch" um das Wohl seiner Mitarbeiter sorgt, gebe es weniger Krankmeldungen und mehr neue Bewerber.
Um das Projekt Gesundheitsmanagement nun erfolgreich angehen zu können, folgen weitere Schritte wie die Förderung der Eigeninitative durch Bewegungsangebote und selbst organisierte Sportgruppen.

© Hohenzollerische Zeitung, SAMIRA EISELE | 12.03.2014

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