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29.01.2015, Stuttgart
Arbeitslose Jugendliche aus Südeuropa finden berufliche Perspektive in Baden-Württemberg

  • Center for European Trainees (CET) vernetzt in Stuttgart Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit
  • CET unterstützt als zentrales Servicecenter für duale Ausbildung Jugendliche aus Südeuropa und Unternehmen aus Baden-Württemberg 
  • Erste Erfolge: 60 spanische Jugendliche beginnen im September ihre Ausbildung in Baden-Württemberg
  • Steigendes Interesse an Beratungsleistungen des CET

Rund 70 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kamen heute auf Einladung des Center for European Trainees (CET) in der Robert Bosch Stiftung zusammen, um sich im Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa besser zu vernetzen. Das beim Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. angesiedelte CET wurde mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung und Kofinanzierung der Arbeitgeber Baden-Württemberg im Juni 2014 eingerichtet, um Jugendliche aus Südeuropa und Unternehmen aus Baden Württemberg beim Thema berufliche Mobilität unterstützen zu können. 

Erste Erfolge zeigen, dass die zentrale Servicestelle an der richtigen Stelle ansetzt. Immer mehr junge Menschen aus Krisenländern suchen derzeit nach einer beruflichen Perspektive im Ausland. Deutsche Unternehmen bemühen sich verstärkt um Nachwuchsfachkräfte aus Südeuropa. Mit einem ersten Projekt bringt das CET jetzt 60 spanische Jugendliche nach Baden-Württemberg. Vielen hat das CET im Vorfeld Praktikumsplätze vermittelt, bevor die Jugendlichen im September ihre Ausbildung beginnen. Bislang haben über 30 lokale Unternehmen Interesse signalisiert, Jugendliche aus Südeuropa auszubilden. Auch in Italien und Spanien konnte das CET wichtige Kontakte zu Arbeitgeberverbänden und den Bildungsministerien aufbauen. 

„Der Abbau der hohen Jugendarbeitslosigkeit ist ein gemeinsames europäisches Ziel. Das duale System der Berufsbildung kann einen Beitrag zur nachhaltigen Beschäftigungsfähigkeit der jungen Generation in Südeuropa leisten. Dank der erworbenen praktischen Kenntnisse wird den Jugendlichen ein besserer Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht“, sagte Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei im Staatsministerium Baden-Württemberg Klaus-Peter Murawski bei der heutigen Veranstaltung. 

„Immer mehr Unternehmen setzen auf den Erfolg eines internationalen Fachkräftenachwuchses und bilden Jugendliche aus Südeuropa in ihren Betrieben aus“, sagte Stefan Küpper, Geschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg und des Bildungswerks. „Gleichzeitig ermöglichen die Betriebe jungen Menschen aus Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit nachhaltige Beschäftigungschancen und fördern die Mobilität innerhalb Europas“, so Küpper.

„Die Experten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) haben in unserem Auftrag erst vor kurzem bestätigt, dass das deutsche Modell der dualen Berufsausbildung Vorbild für die südeuropäischen Krisenländer sein kann und dazu beitragen kann, die hohe Jugendarbeitslosigkeit in den einzelnen Ländern zu reduzieren“, sagt Prof. Uta-Micaela Dürig, designierte Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. „Wir unterstützen daher das CET sehr gerne, da es konkrete Hilfestellungen und kompetente Beratungsleistungen anbietet. Es ist eine perfekte Ergänzung zu weiteren Maßnahmen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit.“ 

Gemeinsam mit der Robert Bosch GmbH hat die Stiftung im vergangenen  Jahr eine Initiative zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa gestartet. Die Bosch-Gruppe stellte in diesem Rahmen zusätzlich 100 Ausbildungsplätze für Jugendliche aus Italien, Spanien und Portugal bereit. Die bisherigen Erfahrungen sind dabei sehr positiv.

„Die Landesregierung begrüßt diese Initiative ausdrücklich, da sie genau an der richtigen Stelle ansetzt“, so Staatssekretär Murawski. Drei Projektleiterinnen, die über interkulturelles und länderspezifisches Fachwissen verfügen, beraten Jugendliche sowie Unternehmen, Wirtschaftsorganisationen und Bildungsinstitutionen in Deutschland, Italien und Spanien und bieten eine Plattform zum Informationsaustausch, erklärte Küpper. Ziel sei, das Wissen und die Erfahrungen der einzelnen Akteure zu bündeln und inner- und außerhalb Baden-Württembergs Transparenz zu schaffen. 

Eine weitere Aufgabe des CET ist die Entwicklung praxisnaher Ausbildungsformen in Italien und Spanien durch Information und regionale Pilotprojekte sowie die Qualifizierung von Personal- und Ausbildungsverantwortlichen in den genannten Ländern.



Klaus-Peter Murawski (Staatssekretär im Staatsministerium Baden-Württemberg), Uta-Micaela Dürig (designierte Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung) und Stefan Küpper (Geschäftsführer Arbeitgeber Baden-Württemberg)

Kontakt 
Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. 
CET – Center for European Trainees
Jessica Flemming 
Martinstraße 42-44, 73728 Esslingen 
Telefon +49 (0)711 310574-17
Mobil +49 (0)172 1461512 
flemming.jessica@biwe.de 

Informationen
Das CET – Center for European Trainees wurde im Juni 2014 vom Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. eingerichtet und wird gefördert durch die Robert Bosch Stiftung mit Kofinanzierung der Arbeitgeber Baden-Württemberg. 

Das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. ist seit über 40 Jahren Partner für Unternehmen und ihre Verbände, für Schulen und Hochschulen, Politik und Verwaltung. Mit über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in drei Bildungszentren und 46 Niederlassungen sind wir in allen Regionen Baden-Württembergs aktiv.

Die Robert Bosch Stiftung ist eine der großen unternehmensverbundenen Stiftungen in Deutschland. Sie wurde 1964 gegründet und setzt die gemeinnützigen Bestrebungen des Firmengründers und Stifters Robert Bosch (1861–1942) fort. Die Stiftung beschäftigt sich vorrangig mit den Themenfeldern Wissenschaft, Gesundheit, Völkerverständigung, Bildung, Gesellschaft und Kultur.


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