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29.07.2015, Würzburg
Bildungsexport nach Tunesien nach wie vor im Trend

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft stellen die finalen Projektergebnisse des 3-jährigen Forschungsprojektes BRIDGE: Bildung und Beruf in Tunesien vor.

Nach spannenden drei Jahren (Forschungs-)Arbeit fand am 28. Juli 2015 die Abschlussveranstaltung des BMBF-geförderten Projekts statt. Gastgeber war das SKZ – Das Kunststoff-Zentrum, Veranstaltungsort das Tagungszentrum der historischen Festung Marienberg, in Würzburg. 

Nach den Terroranschlägen im Juni 2015 braucht Tunesien mehr denn je Unterstützung, um die politische, soziale und wirtschaftliche Lage im Land zu stabilisieren. Mit dem Projekt BRIDGE hat die Projektpartnerschaft einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Bildungsexports beigetragen und hebt die herausragende Stellung von Tunesien in der MENA Region heraus. Trotz der Terroranschläge ist Tunesien eines der weiterentwickeltesten Länder in der MENA Region und ein wichtiger Wirtschaftsstandort auch für deutsche Unternehmen. Das belegt die Investition des Automobilzulieferers Marquardt in ein neues Werk in EL Agba, das 2014 eröffnet wurde und den Preis für „Investment of the Year 2013“ erhielt. Als Transferpartner im Rahmen von BRIDGE hat Marquardt Méchatronique Tunisie entscheidend zum Erfolg des Projektes beigetragen.

Basierend auf einer eingehenden Bedarfsanalyse (2013) des Automobilzulieferers, wurden von den Bildungsdienstleistern zielgruppenspezifische und bedarfsgerechte sowie kultursensible Bildungsmodule entwickelt, implementiert und evaluiert. Das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V. setzte hierbei die Führungskräfteentwicklung mit Vorabeiterinnen und Vorarbeitern – als „Motor der Produktion“ - um. „Wir haben während der Qualifizierung wichtige Erfahrungen für die Entwicklung von Bildungsmodulen für Tunesien gewonnen“, berichtet Susanne Dieing, Projektleiterin von BRIDGE. So ist die Marke „Made in Germany“ auch in Tunesien ein Türöffner und erleichtert den Markteintritt vor Ort. „Die Teilnehmenden waren hochmotiviert und offen gegenüber dem deutschen Trainerteam. Das war einfach beeindruckend“. In Tunesien, das wurde während der Durchführung der Seminare deutlich, spielt der Beziehungsaspekt eine viel größere Rolle als in Deutschland. Dies ist bei der Realisierung von Seminaren zu berücksichtigen. „Neben sprachlichen Hürden sind kulturelle Dissonanzen spürbar geworden“, erläutert Susanne Dieing in ihrem Beitrag. „Das war ein wichtiger Lernprozess, der für die Weiterentwicklung unserer internationalen Bildungsangebote sehr hilfreich war“. 

Frau Weiser von der Marquardt Group Deutschland bestätigt in ihrem Vortrag die positiven Effekte der Qualifizierung. Neben dem Zugewinn an Kompetenzen und Motivation bei den Mitarbeitenden hat das Projekt BRIDGE einen wichtigen Beitrag zur Absicherung bzw. Aufwertung des Standorts Tunesien geleistet. 

Prof. Dr. Nizar Abdelkafi vom Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie stellte im Rahmen der BRIDGE-Abschlusstagung die Ergebnisse des Meta-Projektes zum „Berufsbildungsexport“ vor und hob hierbei die Bedeutung für die Geschäftsmodellentwicklung für den Berufsbildungsexport nach Tunesien hervor. 

Die Internationalisierung von Bildungsdienstleistungen ist bei deutschen Anbietern voll im Trend und eröffnet neue Geschäftsfelder und -märkte. Denn weltweit gibt es eine steigende Nachfrage nach praxisnaher Qualifizierung und eine hohe Investitionsbereitschaft im Ausland. Bildung und Qualifikation, so betont Abdelkafi, ist eine Schlüsselressource deutscher Unternehmen im Ausland und sichert langfristig Qualitätsstandards und Wertschöpfungsprozesse. Neben der praktischen Demonstration von Ausbildungsinhalten zählt die Zertifizierung und Modularisierung von Bildungsangeboten, die Koppelung von Bildungs- und Technologieexporten sowie ein politisches Marketing auf höherer Ebene zu den Erfolgsfaktoren im Bildungsexport. Als Voraussetzung für einen erfolgreichen Markteintritt ist die Entwicklung eines Geschäftsmodelles unabdingbar. 

Im Rahmen des Forschungsvorhabens BRIDGE entwickelten die beteiligten Bildungspartner gemeinsam mit der Universität Leipzig ein für ihr Unternehmen passendes Geschäftsmodell. So verspricht zum Beispiel das „Orchestrator-Modell“ einen erfolgreichen Markteintritt in Tunesien, indem es Bildungsmodule aus Management und Technik vereint, da die Nachfrage und auch das Image technischer Aus- und Weiterbildungen sowohl in Tunesien als auch in anderen ausländischen Märkten deutlich höher sind. Mit der Entwicklung eines Geschäftsmodelles im Rahmen des BRIDGE-Projektes haben die Bildungsdienstleister einen ersten wichtigen Baustein für den Bildungsexport nach Tunesien und in die MENA Region gelegt. 

Die Tagung wurde mit einem spannenden Diskussionspanel zu deutsch-tunesischen Kooperationen im Bildungsbereich abgerundet. Die beteiligten Expertinnen und Experten erörterten die Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit Deutschlands und Tunesiens im Bereich des Bildungsexports. Weiterführende Informationen über das Projekt können in der Broschüre: „Remote Service im Bildungsexport: Chancen für Unternehmen“ und dem dargebotenem Film auf der BRIDGE-Plattform abgerufen werden: clicresearch.org/bridge/.

Das Projekt BRIDGE wird federführend durch die HHL – Leipzig Graduate School of Management und der Universität Leipzig in Kooperation mit dem Bildungswerk, dem SKZ-Top gGmbH durchgeführt und endet am 31.08.2015. Als Transferpartner unterstützten das Projekt neben Marquardt Tunesien und der Marquardt Group Deutschland, die Mediterranean School of Business und das Ministère de la Formation Professionelle et de l’Emploi in Tunesien. 

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