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08.05.2018, Porto
Bericht über den Portugal-Besuch im Rahmen von IIDVET (Improving the Implementation of Work-Based (Dual) Vocational Training policies through Peer Learning, Experience and Exchange)

Was mich am meisten beeindruckt hat waren die Praxisbesuche. Wir hatten die Gelegenheit, ein Trainingszentrum, ein DUAL-Ausbildungszentrum und eine Firma zu besuchen. Dadurch konnte die Vorstellung von der „portugiesischen Ausbildung“ veranschaulicht werden.

Grundsätzlich ist die Ausbildung in Portugal wesentlich weniger firmenorientiert und wesentlich mehr verschult bzw. mit staatlichen Mitteln finanziert.

Das Trainingszentrum (Centro de Emprego e Formacao Profissional) in Porto wird über die IEFP (Institut für Arbeit und berufliche Qualifizierung, etwa analog unserer Agentur für Arbeit und dem Arbeitsministerium zugehörig) finanziert. Es ist Eigentum des Instituts. Und wo bei uns die Agentur Maßnahmen bei Trägern extern einkauft, werden dort Maßnahmen sozusagen intern mit den Mitarbeitern der Agentur durchgeführt.

Das besuchte Trainingszentrum ist flächenmäßig sehr groß und beinhaltet Werkstätten in sehr vielen Bereichen der Ausbildung. Auch die Ausstattung war hervorragend. Wobei dieser Eindruck auch der Tatsache geschuldet ist, dass die entsprechenden mir bekannten Einrichtungen in Deutschland eben „nur“ der Berufsvorbereitung zuzuordnen sind, weil die eigentliche Ausbildung weitgehend im Betrieb stattfindet.

Das Trainingszentrum von DUAL wurde an einem „Tag der offenen Tür“ besucht. Hier konnten wir mit vielen Auszubildenden persönlich sprechen. DUAL ist als Bereich der beruflichen Qualifizierung Teil der AHK (deutsch-portugiesischen Handelskammer) und als solcher Bestandteil des Projekts.

In dieser vergleichsweise kleinen Einrichtung waren weniger Berufe und Werkstätten ansässig. Aber hier ist die Verzahnung von Betrieb und Trainingszentrum bzw. Schule bereits wirksam. Alle angesprochenen Schüler haben Kontakte zu Betrieben, absolvieren betriebliche Praktika und viele haben bereits Zusagen, im Anschluss im Betrieb eingestellt zu werden. Das Trainingszentrum hat einen hohen Anteil an praktischen Übungen in der Ausbildung und die Werkstätten sind gut ausgestattet. Die Schüler waren alle sehr motiviert und auskunftsfreudig. Besonders eifrig war ein Azubi im Bereich der Kfz.-Mechatroniker, der zudem gut Englisch sprach und neben der Ausbildung auch gleich noch die Werkstatt sowie die Funktionsweise eines Automatik-Getriebes erläuterte.

Etwas anders war die Situation in dem Betrieb der Korkverarbeitung. Zwar war der Betrieb sozusagen Teil der Ausbildung, die Azubis werden aber vom Betrieb nicht vergütet (es gibt lediglich Fahrtkostenersatz und freie Verpflegung). Die Ausbildung läuft formal über das IEFP. So lässt sich dann auch erklären, dass Azubis in Handarbeit Korken stanzen. Ich konnte einen Azubi am eigens hergerichteten Arbeitsplatz dabei beobachten, nach sorgfältiger Auswahl der passenden Stellen per mechanischem Hebel aus Korkresten noch brauchbare Korken zu stanzen. Vergleicht man diese Arbeit mit den wenige Meter weiter stehenden, vollautomatisch am Band laufenden Maschinen, fragt man sich schon, wo der Nutzen sein soll bzw. wieviel davon eher Beschäftigungsmaßnahme für die Azubis ist.

Arnd Schultz, Projektleiter

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