GASTBEITRAG: Ausbildung in Coronazeiten - Chance für die Digitalisierung?

  Klaus Trayer (DOLL) | Aus dem NetzwerkAusbildung 4-0Praxisbeispiele

Klaus Trayer von der Firma Doll berichtet über die aktuelle Lage in seiner Ausbildung.

 

Der „digitale Wandel“ treibt auch die DOLL Ausbildung um: wir halten nach geeigneten Lernplattformen Ausschau, um die Gesamtausbildung mit den bis zu 10 verschiedenen Berufsbildern abbilden zu können. Bisher geschieht das überwiegend durch den Einsatz von „Manpower“ und den oft noch „herkömmlichen“ Lernmaterialien. Natürlich nutzen wir auch Notebooks, digitale Messgeräte und anderes digitale Equipment im täglichen Einsatz, z.B. in der Ausbildung der Mechatroniker, Elektroniker oder Maschinenbaustudenten. Allerdings muss erwähnt werden, dass im Hauptberuf Konstruktionsmechaniker ausgebildet werden und die Themen „Schweißen“ bzw. „fachgerechte Vorgehensweise im Aufbau von Schweißbaugruppen“ oder „schweißgerechtes Konstruieren“ einen besonderen Schwerpunkt darstellen. Bisher gibt es (zumindest meiner Erfahrung nach) kaum digitale Lernmodule, die diese Themen Azubi- bzw. Studentengerecht abbilden können. Das muss aber für mich die Voraussetzung für die Einführung eines solchen Systems sein. Deshalb gehen wir in der Ausbildung oft den Weg, Erfahrungen und Erkenntnisse in Projekten selbst zu erarbeiten, diese zusammenzustellen, zu dokumentieren und dann z. B. auch der Geschäftsleitung vorzustellen. Dazu bedienen wir uns der Computer an den Arbeitsplätzen vor Ort oder nutzen technische und auch digitale Dokumentationen. 


 

In punkto Digitalisierung haben wir die letzten Wochen allerdings einen unerwarteten „Schub“ erfahren, den ich so nicht „auf dem Schirm“ hatte. Die Corona-Pandemie hat uns innerhalb kürzester Zeit gezwungen zu überlegen, wie wir die Arbeitsplatzgestaltung hinsichtlich der RKI-Empfehlungen anpassen können. Letztendlich haben wir uns entschieden, die Ausbildung in „Heim-“ und „Werkstattlerner“ aufzuteilen, und dann wochenweise durch zu wechseln. Doch wie wollen und vor allem können wir die Heimlerner mit Material versorgen? Hier kamen tolle Vorschläge aus unserer IT. Da ein Großteil unseres administrativen Bereichs im Begriff war ins Home-Office zu wechseln, wurde innerhalb kürzester Zeit eine Kommunikationsplattform auf den Computern  installiert, Accounts angelegt und die Azubis informiert. Lernunterlagen wurden in eine Cloud verschoben und Zugriffsrechte verteilt. Wir haben uns kurzfristig Spielregeln gegeben; zum einen im Umgang mit der Plattform und zum anderen im Umgang miteinander. Und dann kam er: Der Sprung ins (eis)kalte Wasser! Und der Sprung ist … geglückt! Auch dank des Umstands, dass alle Azubis einen PC zu Hause haben – nach Rückmeldung einiger Ausbilderkollegen aus anderen Unternehmen, nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Umgang mit der Plattform und dem Online-Austausch, hat sich die Lernform eingependelt. Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Selbst nach dieser doch relativ kurzen Zeit ist in mir die Erkenntnis gereift, dass wir hier weitermachen müssen und ich selbst ebenfalls „am Ball“ bleiben muss! Auch die Möglichkeit VR und/oder Augmented-Reality einzusetzen, gehen mir zwischenzeitlich nicht mehr aus dem Sinn. Jedoch weiß ich als Betrachter vom „Spielfeldrand“ noch nicht wirklich viel darüber oder weiß es nicht anzuwenden; weil schlicht und ergreifend der Background fehlt!


Genau hier sehe ich das Netzwerk Q4.0 als ideale Plattform, um sich mit Kolleg*innen auszutauschen, ins Gespräch zu kommen und seinen persönlichen Horizont auf diese Art zu erweitern. Wenn noch gezielt Konzepte ausgearbeitet und angeboten werden, dann sehe ich genau darin DEN Mehrwert, den ich bisher noch nirgends finden konnte. Durch dieses Netzwerk verspreche ich mir auch ein persönliches „Upgrade“, weil jedes Unternehmen seine speziellen digitalen Anforderungen hat und anders an die Sache herangeht. Aber genau diese Unterschiedlichkeit wird es letztendlich ausmachen und die Qualität des Netzwerks garantieren!

 

Über DOLL Fahrzeugbau 
Die DOLL Fahrzeugbau GmbH mit Hauptsitz in Oppenau im Schwarzwald ist einer der führenden europäischen Hersteller von Holz- und Schwertransportern. Im Geschäftsbereich Flugfeld werden Scheren-Hubfahrzeuge gefertigt, insbesondere für Catering, Cleaning und Medical. Zum Hauptsitz addieren sich die DOLL Sachsen GmbH in Mildenau sowie die US-amerikanische Tochtergesellschaft DOLL America Inc. in Bridgeport, New Jersey. Flankierend zu Entwicklung und Produktion bietet DOLL Ersatzteile, Schulungen und Trainings, technischen Support, Werkstatt- und mobilen Service an. Gebraucht- und Mietfahrzeuge (DOLL rental) runden das Servicespektrum ab. Das im Jahr 1878 gegründete Traditionsunternehmen beschäftigt heute zirka 360 Mitarbeiter und baut rund 1.000 Fahrzeuge pro Jahr.


Oppenau, den 01.05.2020 / Klaus Trayer / DOLL Fahrzeugbau GmbH

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