Die Leitung einer Kita erfordert vielfältige Kompetenzen. Führungskräfte übernehmen drei zentrale Rollen: Sie führen (gehen voran), sie managen (organisieren) und sie coachen (begleiten). Coaching-Kompetenzen helfen dabei, die Potenziale der Mitarbeitenden gezielt zu fördern. So können Leitungskräfte ihre Teams wirksam unterstützen, eigenverantwortlich sowie lösungs- und zielorientiert zu arbeiten.
Die akademie21 bietet von April bis November 2026 eine viertägige Qualifizierung für Kita-Leitungen in der Stadt Kenzingen an. Insgesamt nehmen 20 Leitungen aus Kenzingen und den umliegenden Städten teil. Sie werden in zentralen Coaching-Prinzipien geschult und lernen, verschiedene Coaching-Techniken und ‑Methoden anzuwenden. An vier Seminartagen erfahren sie, wie sich Führen, Managen und Coachen zu einem systemischen Führungsstil verbinden lassen, der sich an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden orientiert.
Zum Auftakt des ersten Seminartags begrüßte der Hauptamtsleiter der Stadt Kenzingen, Matthias Leser, die Teilnehmenden. Gemeinsam mit der zuständigen Fachberaterin, Sabrina Dezelski, ist es ihm ein wichtiges Anliegen, Kita-Leitungen in Kenzingen gut zu qualifizieren und die Zusammenarbeit mit benachbarten Kommunen zu stärken. Besonders positiv hob er hervor, mit der akademie21 im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft einen regionalen und erfahrenen Bildungsträger an der Seite zu haben.
Inhalte des ersten Seminartages
Im April 2026 setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit den Grundlagen des Coachings auseinander. Sie erhielten einen Überblick über vier zentrale Coaching-Kompetenzen: Selbstkompetenz, interaktionale Kompetenz, Interventionskompetenz sowie Theorie- und Ethikkompetenz. Zu Beginn lag der Fokus auf der Selbsteinschätzung und Selbstreflexion. Die Leitungskräfte erprobten die Kompetenzen praxisnah mit verschiedenen Methoden. Eine davon war ein Mindmap mit der Leitfrage „Warum bin ich hier?“. Diese Methode unterstützte eine vorurteilsbewusste Selbstreflexion. Dabei wurde deutlich, dass das Erlernen von Coaching-Kompetenzen eng mit der Reflexion des eigenen Handelns verbunden ist.
Eine weitere Übung widmete sich dem Thema „Lebensfreude im Arbeitsalltag“. Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmenden die Erkenntnis: „Lebensfreude ist die Kunst, trotz alltäglicher Konflikte, Probleme und Unzulänglichkeiten dankbar zu sein, dass das eigene Leben genau so ist, wie es ist.“ Diese Haltung wurde mithilfe von Impulsfragen und im kollegialen Austausch vertieft.
„Coaching ist immer systemisch“, erklärt Seminarleiter Matthias Schäfer. Systemisch bedeutet, Zusammenhänge zu erkennen und Wechselwirkungen zu berücksichtigen – denn alles hängt mit allem zusammen. Das gilt auch für jede Kindertagesstätte. Ergebnisse entstehen nie durch das Handeln einer einzelnen Person. Jeder trägt einen Teil zur Gesamtentwicklung bei. Deshalb ersetzt im systemischen Denken die Frage „Wer ist schuld?“ die Frage: „Wie kann jeder Verantwortung für das gemeinsame Geschehen übernehmen?“
Mit diesen grundlegenden Impulsen verabschiedeten sich die Teilnehmenden in die Transferphase bis zum nächsten Seminartag im Juni.
„Die Fortbildung war toll – richtig erfüllend und verbindend. Selten habe ich eine so außerordentliche Schulung erlebt“, resümiert Silke Pohl, Kita-Leitung seit acht Jahren und pädagogische Fachkraft seit über 25 Jahren, den ersten Seminartag in Kenzingen.
Weitere Informationen zum Portfolio der akademie21
Die akademie21 ist ein landesweites Angebot für pädagogisches Fachpersonal, Fachberatungen, Träger, Unternehmen und Familien. Mit unseren Qualifizierungs- und Unterstützungsangeboten tragen wir zur Bindung von Fachkräften, sowie zur Attraktivitätssteigerung pädagogischer Berufe und der Weiterentwicklung von Kitas bei.

