Inklusion bei Berufsorientierung und Arbeitsvermittlung funktioniert auch in Nigeria

 BIWE


Wenn die Aussage "In der Behinderung liegt die Kraft" eine Person wäre, dann wäre es Ann Ojugo. Eine 50-jährige Multiplikatorin, die ihr ganzes Leben lang im Rollstuhl saß, sich aber weigerte, eine Belastung für andere zu sein. Sie arbeitet unermüdlich für eine gemeindebasierte Organisation, die sich um die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen kümmert.

Ann ist eine Inspirationsquelle für Menschen mit und ohne Behinderungen in ihrer lokalen Gemeinschaft, die sie als Mentorin und Beraterin verpflichtet hat. Im Laufe der Jahre merkte sie jedoch, dass sie mehr lernen wollte, um Menschen mit Behinderungen bei der Berufswahl beraten zu können. Die Lösung kam im Juni 2022, als das Bildungswerk im Rahmen des Partnerschaftsprojekts Career Orientation and Job Placement (CoJoP) mit SOS Children´s Villages Nigeria mehr als 150 Multiplikator*innen in drei Bundesstaaten Nigerias für Berufsorientierungsmaßnahmen qualifiziert hat. Sie war eine der 54 Multiplikator*innen, die für das Ausbildungsprogramm "Implementation of Career and Vocational Orientation (ICAVO)" im Bundesstaat Edo ausgewählt wurde.

Durch die Schulung wurde Ann zu einer Biwe-zertifizierten Beraterin und führte für 30 (12 männliche und 18 weibliche) Jugendliche mit Behinderungen, die nicht zur Schule gehen, Schulungen und Beratung zur Berufsorientierung durch. Unter den Teilnehmern befinden sich zwei Sehbehinderte, fünf Hörgeschädigte, dreiundzwanzig Rollstuhlfahrer sowie Menschen mit anderen körperlichen Behinderungen. Nachdem sie ihr Ziel von 30 Teilnehmer*innen erreicht hatte, betreute sie weitere 35 Menschen mit Behinderungen, die sich für das Programm interessierten, nachdem sie von Gleichaltrigen von den Vorteilen der Beratung gehört hatten. Die Berufsberatung ist derzeit offen und wird je nach Bedarf angeboten.

Während des Prozesses wurden die jungen Menschen dabei unterstützt, sich berufliche Ziele zu setzen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Ann ging noch einen Schritt weiter und vermittelte die Teilnehmer*innen erfolgreich an ein von der Lepra-Mission unterstütztes Programm zum Erwerb von Fertigkeiten in den Bereichen Schuhmacherei, Mode (Schneiderei), Taschenherstellung und Kosmetologie.

Genau genommen ist Ann nicht nur eine Inspirationsquelle für Menschen in ihrer lokalen Gemeinschaft. Sie ist auch eine Inspirationsquelle für uns in Deutschland.

CoJoP ist Teil des Programms „Förderung bedarfsgerechter beruflicher Qualifizierung und Jugendbeschäftigung in Nigeria - SKYE“, das vom Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) gefördert und durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ GmbH umgesetzt wird.

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