Internationale Berufsbildungspartnerschaften

Perspektiven durch Entwicklung und Qualifizierung

Das duale System der Berufsbildung in Deutschland, bei dem Theorie und Praxis in der Ausbildung Hand in Hand gehen, ist für viele Länder weltweit Vorbild für die Reform ihrer eigenen Berufsbildungssysteme. Berufliche Qualifizierungsmaßnahmen und Ausbildungsprojekte tragen dazu bei jungen Menschen in Schwellenländern eine Zukunfts-  und  Lebensperspektive zu eröffnen. Berufsbildungspartnerschaften schaffen Impulse für Beschäftigung und für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und verhindern damit Migration aus wirtschaftlich schwachen und politisch instabilen Regionen.

Seit einigen Jahren engagiert sich das Bildungswerk mit Verbänden und Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen in internationalen Berufsbildungspartnerschaften in Südeuropa, der Türkei und Afrika. Ziel ist es, Strukturen in der Berufsausbildung, der beruflichen Weiterbildung und Qualifizierung  voranzubringen und bei der Implementierung vor Ort zu unterstützen.

Gesteuert werden beide Projekte von der Sequa gGmbH in Bonn und finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Mittlerweile wurde ein Antrag für eine Berufsbildungspartnerschaft mit Don Bosco Indien bei der Sequa eingereicht.

TAMEB – Deutsch-Türkische Partnerschaft für berufliche Bildung

Im Rahmen der Deutsch-Türkischen Partnerschaft für berufliche Bildung TAMEB engagiert sich das Bildungswerk von Januar 2016 bis April 2019 in zwei Qualifizierungsprojekten an der türkisch-syrischen Grenze. Rund 500 syrische Flüchtlinge wurden im Rahmen einer Teilqualifizierung zu Köchen und Konditoren weitergebildet.

Partner sind am Standort Kilis die türkische NGO Anadolu Kültür und die lokale Stadtverwaltung. 60 % der Bevölkerung in Killis sind syrische Geflüchtete. Am Standort Antakya kooperiert das Bildungswerk mit der lokalen Industrie- und Handelskammer ATSO. 20 % der Bevölkerung in Antakya haben einen Fluchthintergrund. Zur Erreichung des Projektziels „Eingliederung in den Arbeitsmarkt“ wurden in Baden-Württemberg erprobte Konzepte erfolgreich an die lokalen Bedingungen angepasst.

Syrische Teilnehmende begangen in der Regel mit Türkischunterricht und einem Kurs zur soziokulturellen Integration. Im Anschluss erhielten sie eine Teilqualifizierung im Bereich Gastronomie in den Berufsfeldern Koch, Kellner oder Konditor. Zum Abschluss der Teilqualifizierung wurden die Teilnehmenden in Praktika bei lokalen Unternehmen vermittelt. Vom Bildungswerk ausgebildete türkische Mentoren standen den Teilnehmern in den Wochen ihrer Qualifizierung und bei der Vermittlung in regionale Betriebe zur Seite.

Eine zweite Phase wird von den Projektpartnern angestrebt.

Hintergrund

Der Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien im Jahr 2011 führte zu einem massiven Zustrom von syrischen Flüchtlingen in das Nachbarland Türkei. Rund 3,6 Millionen registrierte syrischen Flüchtlingen fanden und finden Aufnahme in der Türkei. Die geflüchteten Menschen leben im gesamten Land, besonders aber in den Provinzen nahe der syrischen Grenze. Die große Zahl und lange Präsenz der Zugewanderten sind eine große Herausforderung für den türkischen Staat und insbesondere die Gemeinden, in denen sie leben. Den Geflüchteten fehlt meist eine Perspektive, die es ihnen ermöglicht, ihre Zukunft und die ihrer Familien zu planen. Berufsqualifizierungsmaßnahmen können ihre beruflichen Chancen in der Türkei oder in ihren Heimatländern verbessern.

Berufsbildungspartnerschaft in Ruanda mit SOS Children‘s Villages

Afrika ist aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und zunehmenden Verflechtung des Kontinents mit der Weltwirtschaft eine für Baden-Württemberg wirtschaftlich zunehmend relevante Region. Dies gilt auch für das ostafrikanische Ruanda, in dem deutsche Unternehmen in den letzten Jahren verstärkt aktiv geworden sind.

Vor diesem Hintergrund kooperiert das Bildungswerk und SOS Children‘s Villages Ruanda seit Ende 2017 bei der Verbesserung der beruflichen Bildung vor Ort.

Am Vocational Training Centre (VTC) von SOS Children‘s Villages Rwanda in Kigali werden zwei neue Berufe, Schweißer und Klempner, eingeführt. Die einjährige Ausbildung wird in Kooperation mit lokalen Unternehmen durchgeführt.

Mit der Berufsbildungspartnerschaft wollen das Bildungswerk und SOS Ruanda dazu beitragen, dass die Bildungsangebote in Ruanda besser mit den Bedarfen von Arbeitsmarkt und Wirtschaft verzahnt werden. Arbeitslose junge Erwachsene sollen so den Übergang in eine Beschäftigung erreichen. Dafür passt das Bildungswerk Elemente des deutschen dualen Systems an die Bedürfnisse von Unternehmen und die Bedingungen vor Ort an.

In den letzten beiden Jahren wurden 227 Menschen in Kurzzeitqualifikationen weitergebildet.

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Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. is the education and training organisation of employers from Germany's south-western state of Baden-Württemberg.

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Marco Lietz

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