Internationale Bildungspartnerschaften

Qualifizierung weltweit.

Perspektiven durch Entwicklung und Qualifizierung

Das duale System der Berufsbildung in Deutschland, bei dem Theorie und Praxis in der Ausbildung Hand in Hand gehen, ist für viele Länder weltweit Vorbild für die Reform ihrer eigenen Berufsbildungssysteme. Berufliche Qualifizierungsmaßnahmen und Ausbildungsprojekte tragen dazu bei jungen Menschen in Schwellenländern eine Zukunfts- und Lebensperspektive zu eröffnen. Berufsbildungspartnerschaften schaffen Impulse für Beschäftigung und für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und verhindern damit Migration aus wirtschaftlich schwachen und politisch instabilen Regionen.

Seit einigen Jahren engagiert sich das Bildungswerk mit Verbänden und Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen in internationalen Berufsbildungspartnerschaften in Südeuropa, der Türkei und Afrika. Ziel ist es, Strukturen in der Berufsausbildung, der beruflichen Weiterbildung und Qualifizierung voranzubringen und bei der Implementierung vor Ort zu unterstützen.

Gesteuert werden beide Projekte von der Sequa gGmbH in Bonn und finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Mittlerweile wurde ein Antrag für eine Berufsbildungspartnerschaft mit Don Bosco Indien bei der Sequa eingereicht.

Unsere Berufsbildungspartnerschaften

Neuigkeiten von unseren Berufsbildungspartnerschaften

Berufsbildungspartnerschaft in Kenia

1. Projektphase von 2023 bis 2025
Seit 2023 setzt das Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft (BIWE) gemeinsam mit kenianischen Partnern Vorhaben zur beruflichen Bildung und Arbeitsmarktintegration um. Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit mit zwei Berufsschulen des Don‑Bosco‑Netzwerks in und um Nairobi.

Die Vorhaben zielen darauf ab, die handwerkliche Ausbildung vor Ort zu stärken – durch modernisierte Lehrpläne, die Qualifizierung von Lehrkräften, besser ausgestattete Werkstätten und eine enge Zusammenarbeit mit dem Privatsektor. So wird sichergestellt, dass Auszubildende genau jene Kompetenzen erwerben, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Ergänzend erhalten sie Unterstützung beim Übergang in Beschäftigung, etwa durch Soft‑Skills‑Trainings und die Vernetzung mit potenziellen Arbeitgebern. In der 1. Projektphase wurden in diesem Rahmen 114 Auszubildende unterstützt und 195 Berufsschullehrer und betriebliche Ausbilder zu verschiedenen Themen fortgebildet.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die formelle Zertifizierung informell angelernter Handwerker, die damit ihre Beschäftigungsfähigkeit und Einkommenschancen erhöhen können. Auch hier ist gelungen 271 Handwerker weiterzubilden und durch die hiesigen Stellen zertifizieren zu lassen.

Start der 2. Projektphase im Dezember 2025
Nach dem erfolgreichen Abschluss der 1. Projektphase im Dezember 2025 wurde nun eine 2. Phase begonnen. Dabei wird der Fokus erweitert hinsichtlich Berufsbilder sowie einem erweiterten Einflussgebiet außerhalb Nairobis. Außerdem sollen vermehrt nachhaltige Strukturen der Partnerorganisationen gefördert werden. Um die finanzielle Nachhaltigkeit der Don‑Bosco‑Institutionen zu stärken, unterstützt BIWE deshalb deren sogenannten Production Units. 

Diese Werkstätten stellen Produkte her und bieten Dienstleistungen an, die Einnahmen generieren. Durch gezielte Maßnahmen sollen die Units professionalisiert und so wirtschaftlich gestärkt werden. Außerdem wird durch die Einführung eines Learning-Management-Systems das dortige Lernen und Lehren digitalisiert.

Hier geht`s zur Projekthomepage

Die Projekte werden durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über die sequa gGmbH finanziert.

Berufsbildungspartnerschaft mit SOS Children‘s Villages Rwanda

Afrika ist aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und zunehmenden Verflechtung des Kontinents mit der Weltwirtschaft eine für Baden-Württemberg wirtschaftlich zunehmend relevante Region. Dies gilt auch für das ostafrikanische Ruanda, in dem deutsche Unternehmen in den letzten Jahren verstärkt aktiv geworden sind.

Vor diesem Hintergrund kooperiert das Bildungswerk und SOS Children‘s Villages Ruanda seit Ende 2017 bei der Verbesserung der beruflichen Bildung vor Ort.

Am Vocational Training Centre (VTC) von SOS Children‘s Villages Rwanda in Kigali werden zwei neue Berufe, Schweißer und Klempner, eingeführt. Die einjährige Ausbildung wird in Kooperation mit lokalen Unternehmen durchgeführt.

Mit der Berufsbildungspartnerschaft wollen das Bildungswerk und SOS Ruanda dazu beitragen, dass die Bildungsangebote in Ruanda besser mit den Bedarfen von Arbeitsmarkt und Wirtschaft verzahnt werden. Arbeitslose junge Erwachsene sollen so den Übergang in eine Beschäftigung erreichen. Dafür passt das Bildungswerk Elemente des deutschen dualen Systems an die Bedürfnisse von Unternehmen und die Bedingungen vor Ort an. In den letzten beiden Jahren wurden 227 Menschen in Kurzzeitqualifikationen weitergebildet.

Nun ist ein weiterer Schritt zur Vertiefung des Engagements vor Ort erfolgt: Wir sind seit dem 10. August 2021 als internationale NGO mit eigener Niederlassung in Kigali registriert.

Partner Rwanda

Das Projekt "Partner Rwanda" will sicherstellen, dass die Ausbildung in Ruanda den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes entsprechend und arbeitslose Jugendliche beim Übergang in die Beschäftigung unterstützen. Dafür werden Elemente des deutschen dualen Systems an die Bedürfnisse der Unternehmen und die lokalen Gegebenheiten angepasst. In einer einjährigen Ausbildung und einer Kurzzeitausbildung werden schulische Theorie und betriebliche Praxis miteinander kombiniert.

Win-Win Situation
Ebenso stehen die Durchführung von Lehrgängen und die Weiterqualifizierung von Lehrkräften und betrieblichen Ausbildern im Fokus. Auch die Privatwirtschaft kann von einer qualitativ hochwertigen Berufsvorbereitung und -ausbildung und besser ausgebildetem Personal profitieren. Das Projekt endet im Dezember 2023. 

Partner
"PartnerRwanda" wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über die sequa gGmbH finanziert und ist Teil der Sonderinitiative "Ausbildung und Beschäftigung". Umsetzungspartner in Ruanda sind das SOS-Kinderdorf Ruanda und das Integrated Polytechnical Regional Centre in Kigali (IPRC Kigali). Die Zusammenarbeit begann im Jahr 2020.

The project of BIWE want to ensure that training programs are meeting the needs of the labor market and to support unemployed youth during the transition to employment. Therefore, BIWE is adapting elements of the German dual system according to the needs of companies and local conditions. In a one-year training and a short-term traineeship, theory-based and a practical industrial attachement are combined.

Win-Win Situation
The focus is also on the implementation of training courses and the further capacity development of teaching staff and in-company trainers. The private sector can also benefit from the high-quality vocational education and training as well as better trained staff. The project ends in December 2023.

Partner
The project „Partner Rwanda“ is financed by the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) via sequa gGmbH and is part of the special initiative „Training and Employment“. Our implementation partner in Rwanda are SOS Children‘s Villages Rwanda and the Integrated Polytechnical Regional Centre in Kigali (IPRC Kigali). The cooperation started in 2020.

"4D-TVET" Berufsbildungspartnerschaft (BBP) mit Aserbeidschan

Die Hauptaktivität dieses Berufsbildungsprojekts ist der Transfer von Know-how und Umsetzungskapazitäten in die beiden Bereiche "IKT" und "Automotive" im Staatlichen Berufsbildungszentrum für Industrie und Innovation in Baku (BSIIVEC) und der Berufsschule im Sumgait Chemical Industrial Park (SCIP); damit Best-Practice-Beispiele im Land zu schaffen und diese neu gewonnenen Kompetenzen anschließend auf weitere Zentren und Berufe zu übertragen.

Berufsbildungspartnerschaften (BBP) sind Förderprogramme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über sequa gGmbH. Ziel ist die Bekämpfung von Armut durch Förderung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung in den Partnerländern.

Mit freundlicher Unterstützung durch die lokalen Supporting Partner:

  • State Agency on Vocational Education (SAVE)
  • Agency for Development of Economic Zones
  • AHK Aserbaidschan

Unter dem Schlagwort „4D-VET“ fokussiert die BBP in Aserbaidschan auf folgende Aspekte:

Dual: Durch die Einführung dualer Ausbildungen sollen die Chancen auf qualifizierte Beschäftigung der Absolventen auf dem Arbeitsmarkt verbessert und gleichzeitig die arbeitsmarktrelevanten Kompetenzen der zukünftigen Fachkräfte der Unternehmen gestärkt werden.

Digital: Die Vermittlung neuer digitaler Kompetenzen in bestehenden Programmen zu IKT und Automotive sollen stärker fokussiert und moderne didaktische und technologiegestützte Methoden in die Ausbildungen integriert und weiterentwickelt werden.  

Demand: Gezielte Maßnahmen zur Imageverbesserung der dualen Ausbildung in den gewählten Berufen und ein verbessertes Matching von Schülern und Unternehmen mit dem Ziel von hohen Übernahmequoten sollen die Nachfrage (‚demand‘) von Eltern, Schülern und Unternehmen steigern.

Diversity: In diesem Bereich strebt die BBP eine Verbesserung der einschlägigen technischen und beruflichen Ausbildungs- und Berufsberatung für benachteiligte Jugendliche, insbesondere für Mädchen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen und Binnenvertriebene (bzw. deren Kinder) an, um ihre Beschäftigungschancen zu verbessern.

Hier geht`s zu Projekthomepage

Seit Dezember 2021 setzt das Bildungswerk zusammen mit zwei staatlichen Berufsbildungszentren in Baku und in Sumgait in Aserbaidschan ein Berufsbildungsprojekt (BBP) um.  Die BBP strebt unter anderem eine Verbesserung der Beschäftigungschancen für benachteiligte Jugendliche, insbesondere für junge Frauen, in technischen Berufen an. Dieses Video ist Teil der Women Empowerment Strategie. Durch unser Engagement konnten wir den Frauenanteil bereits innerhalb eines Jahres von 14% auf knapp 25% deutlich erhöhen.

TAMEB – Deutsch-Türkische Partnerschaft für berufliche Bildung

Von Beginn an engagierte sich das Bildungswerk aktiv als Partner an der „Deutsch-türkischen Partnerschaft zur beruflichen Qualifizierung (TAMEB)“. In der ersten Projektphase (2016-19) konnten wir in zwei Qualifizierungsprojekten in Kilis und Antakya an der türkisch-syrischen Grenze rund 500 syrische Flüchtlinge zu Köchen und Konditoren weiterbilden.

In der zweiten TAMEB-Projektphase (2020-2022) schulten wir in drei Teilprojekten in Ankara, Istanbul und Izmir in den Berufsprofilen Koch, Konditor und Dried Food-Technologie. Das Bildungswerk arbeitete vor Ort mit zwei Nichtregierungsorganisationen als Partner zusammen.

Der Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien im Jahr 2011 hat massive Flüchtlingsströme ausgelöst. Ca. 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge sind seither in der Türkei registriert. Diese große Anzahl an Geflüchteten stellt noch immer eine besondere Herausforderung für die aufnehmenden türkischen Gemeinden dar.

Durch professionelle Berufsqualifizierungsmaßnahmen hilft TAMEB seit Januar 2016 den Geflüchteten - aber auch arbeitslosen gering qualifizierten türkischen Bürgern - ihre schwierige sozio-ökonomische Situation zu verbessern.

TAMEB wurde von der sequa gGmbH mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an unterschiedlichen Standorten in der Türkei umgesetzt. 

Biwe-Newsletter für Unternehmen

Mit dem Biwe-Newsletter erhalten Sie alle Neuigkeiten und Trends rund um die Themen Personalentwicklung, Weiterbildung und Beratung direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Abonnieren

Ihr Bildungswerk vor Ort

Ihre Ansprechpersonen in Baden-Württemberg, der Pfalz und dem Saarland.
 

mehr erfahren

Internationale Projekte
Sprachauswahl - Language Selection