Internationale Berufsbildungspartnerschaften

Perspektiven durch Entwicklung und Qualifizierung

Das duale System der Berufsbildung in Deutschland, bei dem Theorie und Praxis in der Ausbildung Hand in Hand gehen, ist für viele Länder weltweit Vorbild für die Reform ihrer eigenen Berufsbildungssysteme. Berufliche Qualifizierungsmaßnahmen und Ausbildungsprojekte tragen dazu bei jungen Menschen in Schwellenländern eine Zukunfts-  und  Lebensperspektive zu eröffnen. Berufsbildungspartnerschaften schaffen Impulse für Beschäftigung und für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und verhindern damit Migration aus wirtschaftlich schwachen und politisch instabilen Regionen.

Seit einigen Jahren engagiert sich das Bildungswerk mit Verbänden und Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen in internationalen Berufsbildungspartnerschaften in Südeuropa, der Türkei und Afrika. Ziel ist es, Strukturen in der Berufsausbildung, der beruflichen Weiterbildung und Qualifizierung  voranzubringen und bei der Implementierung vor Ort zu unterstützen.

Gesteuert werden beide Projekte von der Sequa gGmbH in Bonn und finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Mittlerweile wurde ein Antrag für eine Berufsbildungspartnerschaft mit Don Bosco Indien bei der Sequa eingereicht.

TAMEB – Deutsch-Türkische Partnerschaft für berufliche Bildung neu als E-Learning

Von Beginn an engagierte sich das Bildungswerk aktiv als Partner an der „Deutsch-türkischen Partnerschaft zur beruflichen Qualifizierung (TAMEB)“. In der ersten Projektphase (2016-19) konnten wir in zwei Qualifizierungsprojekten in Kilis und Antakya an der türkisch-syrischen Grenze rund 500 syrische Flüchtlinge zu Köchen und Konditoren weiterbilden.

In der zweiten TAMEB-Projektphase (2020-2022) schulen wir in drei Teilprojekten in Ankara, Istanbul und Izmir in den Berufsprofilen Koch, Konditor und Dried Food-Technologie.  Das Bildungswerk arbeitet vor Ort mit zwei Nichtregierungsorganisationen als Partner zusammen.

Als Folge der COVID-19-Pandemie wurden auch in der Türkei alle öffentlichen Bildungseinrichtungen im März 2020 geschlossen. Seit April 2020 werden alle Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen von TAMEB online über eine E-Learning-Plattform durchgeführt. Die Trainer wurden umfassend für den Umstieg vom Face-to-Face-Trainings auf E-Learning umgeschult.

In Izmir haben wir nicht nur mit den Restriktionen der Pandemie zu kämpfen, sondern auch mit den Auswirkungen der beiden schweren Erdbeben (30.10.2020 und 07.02.2021) in dieser Region. Somit leistet das Bildungswerk hier eine ganz besondere Hilfe zur Entwicklung von Zukunftsperspektiven für unserere Zielgruppe.

Aus der Praxis

Hintergrund

Der Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien im Jahr 2011 hat massive Flüchtlingsströme ausgelöst. Ca. 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge sind seither in der Türkei registriert. Diese große Anzahl an Geflüchteten stellt noch immer eine besondere Herausforderung für die aufnehmenden türkischen Gemeinden dar.

Durch professionelle Berufsqualifizierungsmaßnahmen hilft TAMEB seit Januar 2016 den Geflüchteten - aber auch arbeitslosen gering qualifizierten türkischen Bürgern - ihre schwierige sozio-ökonomische Situation zu verbessern.

TAMEB wird seit Januar 2016 von der sequa gGmbH mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an unterschiedlichen Standorten in der Türkei umgesetzt. 

Berufsbildungspartnerschaft in Ruanda mit SOS Children‘s Villages

Afrika ist aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und zunehmenden Verflechtung des Kontinents mit der Weltwirtschaft eine für Baden-Württemberg wirtschaftlich zunehmend relevante Region. Dies gilt auch für das ostafrikanische Ruanda, in dem deutsche Unternehmen in den letzten Jahren verstärkt aktiv geworden sind.

Vor diesem Hintergrund kooperiert das Bildungswerk und SOS Children‘s Villages Ruanda seit Ende 2017 bei der Verbesserung der beruflichen Bildung vor Ort.

Erfahren Sie mit mehr über das  Programm "Partner Afrika". Informationen zur Berufsbildungspartnerschaft in Ruanda finden Sie auch bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Am Vocational Training Centre (VTC) von SOS Children‘s Villages Rwanda in Kigali werden zwei neue Berufe, Schweißer und Klempner, eingeführt. Die einjährige Ausbildung wird in Kooperation mit lokalen Unternehmen durchgeführt.

Mit der Berufsbildungspartnerschaft wollen das Bildungswerk und SOS Ruanda dazu beitragen, dass die Bildungsangebote in Ruanda besser mit den Bedarfen von Arbeitsmarkt und Wirtschaft verzahnt werden. Arbeitslose junge Erwachsene sollen so den Übergang in eine Beschäftigung erreichen. Dafür passt das Bildungswerk Elemente des deutschen dualen Systems an die Bedürfnisse von Unternehmen und die Bedingungen vor Ort an. In den letzten beidenJahren wurden 227 Menschen in Kurzzeitqualifikationen weitergebildet.

Nun ist ein weiterer Schritt zur Vertiefung des Engagements vor Ort erfolgt: Wir sind seit dem 10.August 2021 als internationale NGO mit eigener Niederlassung in Kigali registriert.

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Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. is the education and training organisation of employers from Germany's south-western state of Baden-Württemberg.

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Marco Lietz

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